Über den Tellerrand – Partizipative Forschung mit Menschen aus der Region

Seit Sommer 2016 bietet der Science Shop Vechta/Cloppenburg gemeinsam mit der Universität Vechta ein Seminar im Profilierungsbereich an, in dem Studierende in Gruppen zu Fragestellungen aus der Region forschen. Dabei arbeiten die Gruppen mit regionalen Praxispartnern aus den Landkreisen Cloppenburg und Vechta zusammen um gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln.

Die Ergebnisse der studentischen Forschungsgruppen werden den Praxispartnerinnen und Praxispartnern in einer Abschlusspräsentation vorgestellt. Außerdem werden Forschungsberichte verfasst, die den beteiligten Institutionen ebenfalls zur Verfügung gestellt werden. Ziel dieses Seminars ist es, dass die Wissenschaft dabei hilft regionale gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen. Aufgrund der Zusammensetzung des Seminars haben die Studierenden unterschiedlichste Fachhintergründe und arbeiten somit in interdisziplinären Forschungsgruppen. Die Ergebnisse ihrer Forschung landen dabei nicht nur in irgendwelchen Bücherregalen, wo sie dann Staub ansammeln, sondern gehen aus der Universität zu den Praxispartnerinnen und Praxispartnern, wo sie wirklich gefragt sind und weiterverwendet werden.

Das EU-Projekt EnRRICH (Enhancing Responsible Research and Innovation through Curricula in Higher Education) befasst sich mit Methoden um auf Fragen von Bürgerinnen und Bürgern eingehen zu können und die Themen in die universitäre Forschung miteinzubeziehen. Als Teil des Projekts entstand auch die Idee zum Seminar „Über den Tellerrand – Partizipative Forschung mit Menschen aus der Region“. Um das soziale, wirtschaftliche und gesellschaftliche Wohl des Oldenburger Münsterlands zu erhalten und langfristig zu sichern, ist es erforderlich, dass universitäre Forschung und Lehre sich nicht ausschließlich auf akademische Fragestellungen konzentrieren. Stattdessen werden die Beweggründe aller sozialen Akteur*innen der Region aufgenommen, gemeinsam diskutiert, hinterfragt und erforscht. Durch einen derart partizipativen Ansatz werden alle Beteiligten zu aktiven Ko-Kreator*innen einer gemeinsamen Lösung.

Inhalte

In diesem Seminar findet eine Auseinandersetzung mit wesentlichen Ansätzen und Konzepten von Transdisziplinarität und „Responsible Research and Innovation“ sowie partizipativen Forschungs- und Handlungsfeldern (Wissenschaftsläden, Community-based Research usw.) statt. Die Themen Partizipation und Citizen Science werden praxisrelevant aufgearbeitet. In studentischen Projekten werden die gewonnenen theoretischen Erkenntnisse in Bezug auf Forschungsprozesse vertieft.
Vor dem Hintergrund der erarbeiteten Theorien und Konzepte sollen zusammen mit regionalen Praxispartner*innen partizipative Forschungsprojekte entwickelt und umgesetzt werden.

Erwartete Lernergebnisse:
Die Studierenden…

  • haben grundlegende Kenntnisse transdisziplinärer Forschungsansätze.
  • haben grundlegende Kenntnisse zur Community-based Research, partizipativen Forschungsmethoden und Science Shop Arbeit.
  • können sich komplexe praxisrelevante Themen erschließen und dabei Zusammenhänge erkennen und verstehen sowie mit Widersprüchen und Ungewissheit umgehen.
  • haben die Fähigkeit, gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen und anderen Praxispartner*innen ein eigenes Forschungsprojekt zu entwickeln (Forschungsfrage, Forschungsdesign, Datenerhebung und -auswertung).
  • können mit Studierenden unterschiedlicher Fächer und Praxispartner*innen zusammenarbeiten und unterschiedliche disziplinäre Perspektiven aufeinander beziehen.
  • können gewonnene theoretische Erkenntnisse in wissenschaftlichen bzw. praktischen Kontexten in Projekten anwenden.
  • können dabei entstehende Probleme reflektieren, analysieren und lösen.
  • können mit der breiten Öffentlichkeit und diversen Interessengruppen kommunizieren und sind dabei in der Lage unterschiedliche Perspektiven für Lösungsansätze heranzuziehen.
  • verwenden integrative und interdisziplinäre Ansätze und Instrumente und beziehen Auswirkungen der aktuellen und zukünftigen wissenschaftlichen Praxis und Innovation in den Prozess mit ein.

Methoden
Inputs durch Dozent*innen

  • Literaturarbeit und eigene Recherche
  • Gruppenarbeit (mit partizipativen Methoden)
  • Diskussionen im Plenum
  • Projektarbeit in Kooperation mit den Praxispartner*innen

Prüfungsleistung
Referat (Präsentation + Ausarbeitung in der Gruppe)
Hausarbeit