KulTour Cloppenburg

Science Shop und Designpädagogik gehen auf KulTour in Cloppenburg

2018 ist das Projekt „KulTour-Cloppenburg“ gestartet. Auf Grundlage eines zu erarbeitenden didaktischen Vermittlungskonzeptes wird für die Stadt Cloppenburg eine digitale kulturelle Stadttour entwickelt und implementiert.

Regionalgeschichte hat häufig eine angestaubte Bedeutung und erlangt nur selten das Interesse der – vor allem jungen – Bevölkerung.  Das Projekt „KulTour Cloppenburg“ zielt darauf ab, die lokale Bevölkerung in Cloppenburg zu einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den ortshistorischen Besonderheiten zusammenzubringen und auf diese Weise die Pflege und den Erhalt des kulturellen Erbes in der Region Nordwest-Niedersachsen zu stärken. Im Zentrum steht die gemeinsame Entwicklung einer digitalen Stadttour, die relevante Bestandteile der Ortskultur und -geschichte beinhaltet und als frei zugängliche Open-Source Anwendung der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen wird. Mit der aktiven Beteiligung lokaler Expert*innen startet das Projekt eine bislang fehlende Auseinandersetzung mit den kulturhistorischen Besonderheiten der Region an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft. Im Mittelpunkt steht, was aus Sicht von Hobby-Heimatkundlern, Amateurarchäologen, ehrenamtlichen Stadtarchivaren oder ortskundigen BürgerInnen relevante Einrichtungen, Anlaufstellen und Kenntnisse der Regionalkultur sind, welches geografische und historische Wissen darüber existiert oder fehlt und was als erhaltenswert erachtet wird: Wie wird dieniederdeutsche Sprache praktiziert und übermittelt? Welche Orte der lokalen Architektur sind wichtig? Welche öffentlichen Kunstwerke werden zum Thema gemacht? Was für lokalgeschichtliche Ereignisse und Familienbiographien sind für BürgerInnen interessant? Die durch den zivilgesellschaftlichen Dialog gesammelten Daten sollen auf der Basis bildungs- und geschichtswissenschaftlicher Erkenntnisse Aufschluss darüber geben, wie und zu welchen Aspekten sich BürgerInnen mit ihrem Lebensraum auseinandersetzen und in Form eines didaktischen Vermittlungskonzeptsals lokale Points of Interests, Geo-Caching-Routen, Krimi- oder Rätseltouren unterschiedlichen Zielgruppen zur aktiven Beschäftigung mit der Region zur Verfügung stehen. Die verwendeten Programme sind allesamt Open Source, die erarbeiteten Informationen stehen der Öffentlichkeit nach dem Open Source Prinzip zur Verfügung.

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Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung aus dem Programm LandKULTUR – kulturelle Aktivitäten und Teilhabe in ländlichen Räumen in den Jahren 2018 und 2019 mit rund 95.000 Euro gefördert. Projektleiter an der Universität Vechta ist der Designpädagoge Prof. Dr. June H. Park, der das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Science Shop Vechta/Cloppenburg realisieren wird.