Allgemein EnRRICH Forschung mit und für die Region Transfer

Studierende forschen für die Region

Erneut wurden an der Universität Vechta Fragestellungen aus der Region Oldenburger Münsterland von Studierendengruppen untersucht.

In diesem Sommersemester wurde an der Universität Vechta im fachübergreifenden Profilierungsbereich zum zweiten Mal das Projektseminar „Über den Tellerrand – Partizipative Forschung mit Menschen aus der Region“ angeboten. Durchgeführt wurde das Seminar von Prof. Dr. Marco Rieckmann (Arbeitsbereich Hochschuldidaktik) und Karin Bokop (Referat Forschungsentwicklung und Wissenstransfer). Das Seminar hat sich kleinen Forschungsprojekten zu Fragestellungen von Praxispartnern aus der Region gewidmet. Die 15 Studierenden untersuchten dabei ein breites Spektrum an Themen. Der Pflegestützpunkt des Landkreises Cloppenburg ließ erforschen, inwieweit sich die Pflegeeinrichtungen der 13 Gemeinden an der DIN Norm zum Betreuten Wohnen orientieren. Dem Heimatverein Cloppenburg ging es vor allem darum, Möglichkeiten aufgezeigt zu bekommen, wie sein Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene interessanter gestaltet werden könnte und was diese Altersgruppe mit dem Begriff „Heimat“ und dem Heimatverein verbindet. Das Kreislandvolk Vechta hingegen hatte Interesse daran, worauf Einwohner/innen Vechtas beim Einkaufen von Fleisch und Milchprodukten achten und inwieweit Tierwohllabels in der Region bekannt sind. Diese Fragestellungen wurden in den letzten Wochen von drei Studierendengruppen untersucht.

Bildnachweis: Science Shop Groningen

Die Ergebnisse der studentischen Forschungsgruppen wurden den Praxispartnerinnen und Praxispartnern in einer Abschlusspräsentation vorgestellt. Außerdem werden Forschungsberichte verfasst, die den beteiligten Institutionen ebenfalls zur Verfügung gestellt werden. Die zu Grunde liegende Idee ist es, dass die Wissenschaft dabei hilft, regionale gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen. Aufgrund der Zusammensetzung des Seminars haben die Studierenden unterschiedlichste Fachhintergründe und arbeiten somit in interdisziplinären Forschungsgruppen. Die Ergebnisse ihrer Forschung gehen aus der Universität zu den Praxispartnern, wo sie wirklich gefragt sind und weiterverwendet werden.

Entwickelt worden ist dieses neue Seminar im Kontext des EU-Projekts EnRRICH. Dieses befasst sich mit Methoden, um auf Fragen von Bürgerinnen und Bürgern eingehen zu können und deren Themen in die universitäre Forschung miteinzubeziehen. Um das soziale, wirtschaftliche und gesellschaftliche Wohl des Oldenburger Münsterlands zu erhalten und langfristig zu sichern, ist es erforderlich, dass universitäre Forschung und Lehre sich nicht ausschließlich auf akademische Fragestellungen konzentrieren. Stattdessen werden die Beweggründe aller sozialen Akteur*innen der Region aufgenommen, gemeinsam diskutiert, hinterfragt und erforscht. Durch einen derart partizipativen Ansatz werden alle Beteiligten zu aktiven Ko-Kreator*innen einer gemeinsamen Lösung.
Das EnRRICH-Projekt läuft seit Sommer 2015. Die Leitung liegt bei der Freien Universität Brüssel, außerdem sind neben der Universität Vechta noch 11 weitere Universitäten und Wissenschaftsläden aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Irland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn und Litauen beteiligt. Aufgrund einer von der EU genehmigten verlängerten Laufzeit endet das Projekt nun erst im März 2018. Bis dahin werden die Ergebnisse und Erfahrungen aus den Lehrveranstaltungen der beteiligten Universitäten zusammengetragen. Das über allem stehende Ziel ist Erkenntnisse zu gewinnen, wie Bildungs- und Hochschulpolitik zu einer besseren Integration von verantwortungsvoller Forschung und Innovation in der Hochschullehre beitragen können. Zu diesem Zweck wird in Vechta beispielsweise das Seminar „Über den Tellerrand“ ab Oktober 2017 erneut angeboten. Anregungen und Fragestellungen dazu sammelt erneut Karin Bokop im Science Shop Vechta/Cloppenburg.

0 Comments

Schreibe einen Kommentar